EDITH  KUDLOVIC

 

 

Endlich! Heisser Sommer vorbei, kühler Herbst da! Oder mit Sketchbook in Irland!
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Es ist kein Geheimnis, ich mag den Sommer nicht!

Wenn ich dann manchmal im Radio eine liebe, mir persönlich bekannte Radiosprecherin hörte, wie sie

wieder einmal einen wunderbaren heissen, sonnigen Tag ankündigte, hätte ich sie gedanklich würgen

können! Nun höre ich kein normales Radio mehr, nur mehr gewähltes, meist Irish Pubradio, da gibts

keine Sprecher.

Alles nur, weil ich das "wunderbare" Sommerwetter nicht leiden konnte und kann. Mir geht es einfach

nicht gut wenn es heiss ist, basta!

Aber nun ist das vorbei, die Morgen sind wieder frisch, kühl, manchmal nebelig, aber dafür meiner 

Gesundheit sehr zuträglich!

 

Gestern las ich einen Artikel, dass es seit einiger Zeit "In" ist, in ein Sketchbook zu schreiben oder zu

zeichnen. Es macht einen frei, löst einen etwas von ewigen der Handymanie, lässt einen angeblich

entspannen und sich selbst beruhigen. Ich mag das "In" sein zwar gar nicht, habe aber so genannte

Trends ohne es zu wissen, vorausgeahnt und schon gemacht. Habe mir selbst vor Jahren ein damals

noch als benanntes "Notitzbuch" gekauft und es gleich darauf verwendet.

 

So begann ich also vor vielen Jahren, meine anstehende Irlandreise zu beschreiben und auch zu

illustrieren, dieses Buch habe ich nun gestern gesucht und auch wieder gefunden, der folgende

Text ist daraus entnommen.

 

**************

Es war der Spätsommer 2008, als ich von Salzburg nach Dublin flog und später weiter nach Galway

reiste. Ich begann bereits beim Lesen der ersten Seite zu lachen, wegen der Sachen die mir passierten,

ob absichtlich oder nicht.

 

Als ich an der Gepäckaufgabe aufgefordert wurde, für Übergepäck zu zahlen, weil ich weit über dem

Limmit war, kam das für mich natürlich nicht in Frage, ich hatte ein enges Budget.

So packte ich anschließend inmitten der anderen Fluggäste, am Boden auf dem im Koffer 

mitgenommenen Hocker sitzend, alles aus, was ich nicht unbedingt brauchte, zog mir viel mehr an

Kleidung an, mein noch anwesender Partner nahm etliches wieder mit nach Hause, bis der Koffer

5 Kilo weniger hatte. Da ich meist Selbstversorger in Irland war, befand sich auch noch neben

anderen Lebensmitteln 1 Kilo Brot und viel Obst im Gepäck, was ich unbedingt mitnehmen

wollte.

Ich muss sicher nicht erwähnen, dass mir das Ganze unglaublich peinlich war, als sich manche/r,

der mich beobachtete,ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte, aber um nach Irland zu gelangen,

war mir selbst das nicht zu dumm.

 

scan

 

Da ich Priority bei der gelb-blauen Fluglinie mit der Harfe als Symbol gebucht hatte, bedeutete es

dann für mich, ich durfte mir sowohl Sitz als auch Reihe aussuchen, so verstaute alles in griffbereit

meiner Nähe, um später sehen zu müssen, wie die Stewardessalles wieder umräumte im

Handgepäckbereich, dass es  für mich beim Aussteigen extra lang dauerte. 

Ich saß auf meinem ausgesuchten Fensterplatz, meine Knie stießen vorne am Sitz an, wie immer,

ich bin einfach viel zu groß für normale Flugzeuge, aber egal! Die letzten Flüge habe ich seither

mit der kommoderen Aer Lingus gemacht, dass sind die mit den Kleeblättern drauf.

England bereits fliegend unter uns gelassen, bekam mein Gesicht wieder den typischen, leicht

behämmerten Ausdruckleicht grinsend, fast dümmlich, wie immer, wenn es auf Irland zu geht.

Niemand kann sagen, was es ist, dass mich an und in Irland so fasziniert! Von der ersten Minute

an, als ich 2005 ankam, es regnete, das Gepäck nicht da war, hatte ich das Gefühl, alles ist gut

- ich bin zu jetzt Hause!

Es konnte bisher kaum etwas geben, was mich im Bezug auf Irland negativ beeinflusst hätte, wo ich

aber anderswo mächtig gemeckert oder gejammert hätte.

In Irland ist fast alles immer gut, auch wenn es das nicht ist, für mich ist es aber so.

 

In Dublin war damals der Flughafen noch im Umbau, Ryanfluggäste mussten extra weit und lange

laufen, um in den Bereich mit dem Gepäck zu gelangen, was für mich sehr anstrengend war

(hatte die linke Hüfte neu, aber die Rechte begann zu schmerzen).

Doch diesmal gab es schon diese langen und helfenden Laufbänder, leider bin ich erst nach dem

3. drauf gekommen, als ich an denen vorbeilief, ich brauche halt immer länger...

 

Ich sollte in Dublin nach in Drumcondra, liegt oberhalb im Plan, ich fand aber weder den richtigen

Bus noch den Weg zu meinem Bed&Breakfest, so quälte ich mich furchtbar ab, bis ich mit meinen

3 Gepäckstücken endlich doch hinfand. Eine Frau hat mirgeholfen, als sie sah, wie fertig ich war

(darum liebe ich die Iren!) Immer bereite ich mich akribisch vor, aber bei dieser Reise habe ich die

Pläne doch glatt daheim vergessen!

 

Unten: das B&B mit den Palmen, an denen konnte ich mich immer orientieren. In Irland herrscht

gemäßigstes Wetternie zu kalt (meistens, außer es friert) nie zu heiss, aber das Wetter hält sich

auch nimmer dran, es gibt heisse Tag da!

 

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(leider schiefes Bild, mein Bearbeitungsprogramm ist hin, muss neues erst lernen)

ganz oben in der Mitte, neben dem Kamin, war mein Zimmer.

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Unten sieht man den Ausblick aus dem Fenster, beim Pfeil ist das riesige Croke Stadion

 

dublin-08-2-jpg-1

Mein Zimmer befand sich dafür ganz fußgünstig, im 3. Stock, Einzelzimmer liegen meist ganz hinten,

ganz oben oder an schlecht zugänglichen Stellen in Beherbigungsbetrieben, kosten aber dafür

das Doppelte. Mein Zimmer war 3,5m x 2,5m, im Schrank war das Klo und die Dusche. Ich hatte

als Luxus Fernsehen, Wasserkocher und ein Fenster zur Straße, aber mit wunderbarem Ausblick.

Nachdem ich alles mühsam hinauf geschleppt hatte, genoss ich erst einmal die Aussicht und 

Luft, die Luft ist nämlich gut in Dublin.

Es war ein normales Wohnhaus, woraus man ein B&B gemacht hat, im englischen Stil mit kleinem

Vorgarten, und kleinem Lokal. Da damals in Irland schon Rauchverbot war, rauchten und shäkerten

die Leute meist nachts vor dem Haus, also unter meinem Fenster, der Rauch zog ganz lustig bei

meinem immer offen stehenden Fenster wieder rein!

 

Ich konnte ganz gut das Crokestadion von Zimmer aus sehen, wo die Iren lautstarke Spiele

veranstalten.

Gegenüber des Hauses stand eine schöne Kirche, geweiht dem heiligen Columbas, die Iren

sind immer noch streng katholisch und schmücken ihre Kirchen und heiligen Plätze liebevoll,

meist mit haltbaren Blumen aus Plastik, die leuchten geradezu, man kann sie waschen, sie

werden uns sicher alle lange überdauern, sind "nachhaltig"!

 

Unser Breakfest, also Frühstück, nahmen wir Gäste im Keller ein, da standen die Tische morgens

schon gedeckt, Iren haben sehr reichhaltiges Frühstück, normalerweise. Ich bekam es von einem

Herrn auf einem Tablett dargeboten, allerdings wurde es von Tag zu Tag weniger, ich habe mir

ausgerechnet, bliebe ich länger, müsste ich in paar Tagen ihm was geben bei der reduzierten Menge.

 

Im Internet gab es damals eine Irische- Schmuckfirma, die hatten eine Webcam, mit der man einen

bestimmten Platz sehen konnte, bei diesem Besuch saß ich nun genau unter dieser Kamera, bei

Cappicino und Sonnenschein. Das hatte ich mir gewünscht! Ich wartete auf die Fahrt mit dem

Liffeyboot, entlang den Kais.

 

irlo8-6

Es war Superwetter, auch genug Wasser in der Liffey (die hatte am Nachmittag immer ganz wenig,

klar, sie hängt ja mit dem Meer zusammen

 

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Es war eine eigene Erfahrung, mir hat`s gefallen, damals bauten sie in Dublin grade an dem

schiefen halbrunden Gebäude, es wurde einem schwindelig, wenn man die hängenden

Männer dran arbeiten sah.

Das Gebäude ist die Irische Centralbank

 

irl-08-centrb-jpg

 

 Jeden Tag habe ich dann etwas anderes unternommen, rund um Dublin, alles kommentiert,

wenn ich das heute so lese,

habe ich das Gefühl es noch einmal zu durchleben. 

Darum kann ich es wirklich empfehlen, machen Sie das auch, schreiben Sie auf, wenn Sie

etwas machen, wohin sie fahren, welche Eindrücke Sie haben!

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